KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:


Die Europa-Konvention über Zucht und Haltung von Heimtieren sowie das Schweizerische Tierschutzgesetz (Art. 10) waren ausschlaggebend, einen Zuchtversuch zu starten. Ziel dieses Versuches war es, einen mittelgrossen Bulldog zu schaffen, der alle vom Tierschutz geforderten Voraussetzungen an einen gesunden Hund erfüllt und trotzdem
das so geschätzte und beliebte Wesen des English Bulldogs beibehält. Die Kreuzungen zwischen English Bulldog und artverwandten Hunden, unter dem Patronat der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft, waren sehr viel versprechend, zeigten
aber bald, dass das Unterfangen auf die Schaffung einer neuen Rasse hinaus lief, einer
Rasse, die dem ursprünglichen Typ des Bulldogs nahe kommt. Zwecks klarer Abgrenzung
zum English Bulldog wurde für die neue Rasse der Name „Continental Bulldog“ gewählt.
Die Entscheide und Massnahmen zur Bildung der neuen Rasse wurden in Absprache mit der FCI (Vertreter der Standard und der Wissenschaftlichen Kommissionen) getroffen.
Die Tatsache, dass es noch  keinen belastbaren, mittelgrossen Familienhund vom Molosser-Typ gibt, dies aber sehr erwünscht wäre, bezeugen die vielen, begeisterten
Liebhaber der noch jungen Rasse. Der Continental Bulldog ist bereit, diese Lücke zu füllen.

“Wenn wir verhindern wollen, dass neue Tierschutzgesetze bald Hunderassen verbieten werden, dann müssen wir glaubhaft beweisen, dass wir bestrebt sind, gesunde Hunde zu züchten und Extremformen zu reduzieren. Ein Beweis für ein solches Umdenken ist der Continental Bulldog”.
Dr. h.c. Hans Räber (Schweizer Kynologe)

Rasse-Ursprung:

Die Rassebegründerin -Frau Imelda Angehrn (Schweiz)- züchtete ursprünglich unter dem Zwingernamen “Pickwick” erfolgreich English Bulldogs, genau genommen seit 1966. Trotz mühevoller und sehr aufwendiger Zuchtauslese sah sich Frau Angehrn in der Sackgasse, sie war mit der Gesundheit und Lebensqualität der English Bulldogs unglücklich und unzufrieden.  Sie war der Überzeugung dass der English Bulldog aus seinem eigenen Genpool heraus an Lebensqualität nicht gewinnen kann. Ihre Zweifel und Sorge äußerte sie bereits 1993 in ihrem Buch “English Bulldog”.

Imelda Angehrn - Schweiz

Als im Jahre 2000 die Europa-Konvention über die Haltung und Zucht von Heimtieren publiziert wurde und die Schweiz parallel dazu mit der Ausarbeitung des Schweizer Tierschutzgesetzes begann (beinhaltet u. a. ein Verbot zum Erzeugen und Halten von Tieren mit bestimmten Abnormalitäten), war die Sorge um den Fortbestand des Bulldogs sehr groß. Nach Gesprächen mit namhaften Kynologen beantragte Frau Angehrn, mit Unterstützung des Schweizer Kynologen Dr. Räber, bei der SKG die Einkreuzung von artverwandten Hunden um so die Gesundheit im allgemeinen zu verbessern (eliminieren von Geburtsschwierigkeiten, Atemnot, Kollapsanfälligkeit bei warmen Wetter etc.) und den dazu benötigten Genpool zu vergrößern. Ziel dieser Einkreuzungen war es, einen mittelgrossen Bulldog zu schaffen, der alle vom Tierschutz geforderten Voraussetzungen an einen gesunden Hund erfüllt und trotzdem das so geschätzte und beliebte Wesen des English Bulldogs beibehält. Insbesondere das Erreichen einer geräuschlosen Atmung, Beweglichkeit und Belastbarkeit stand hier an primärer Stelle.

Der Zentralvorstand der SKG bewilligte im Juni 2000 Frau Angehrns Antrag auf Einkreuzung, befristet auf 3 Generationen. Ausschlag gebend waren u. a. die Gesundheitsprobleme und das drohende Zuchtverbot mittels Verschärfung des Schweizer Tierschutzgesetzes. Die Nachkommen dieser Auskreuzungen sollten unter dem Namen “Pickwick Bulldogs Old Typ (PBOT)” geführt werden. Als Augangsbasis dienten English Bulldogs aus Frau Angehrns Zuchtstätte, zwei artverwandte Rüden und vier artverwandte Hündinnen. Diese sechs besonders auf Wesen und Gesundheit geprüften Einkreuzungshunde wurden mit Frau Angehrns English Bulldogs verpaart.

Am 8. Juli 2001 fiel der erste Outcross-Wurf in Frau Angehrns Zuchtstätte, der Grundstein des heutigen Continental Bulldogs. Die Wurfeltern waren Pickwick Pinkarella (EB) und Birchwood’s Spike (LB). Der erste Welpe war der kleine Xeno (geführt unter der Zuchtbuchnr. PBOT 001/01).

Nachfolgend sind der besagte Xeno und seine Schwester Xira zu sehen:

Pickwick Bulldogs Old Typ Xira

Pickwick Bulldogs Old Typ Xeno

Da die Nachkommen dieser Auskreuzung dem damals geltenden Rasse-Standard des English Bulldogs entsprachen war es das eigentliche Ziel diese Hunde später wieder als English Bulldogs zu züchten. Leider erwies sich dieses Vorhaben, aus verschiedenen Gründen, als schwierig bzw. nicht realisierbar. Im Verlaufe der Zeit zeigte es sich, dass das Zuchtprogramm ein voller Erfolg war, die daraus entstandenen Hunde (PBOT) überzeugten mit einmaligen Wesen, enormer Beweglichkeit und Belastbarkeit.

In enger Zusammenarbeit mit Imelda Angehrn bildete sich bald, aus Vertretern des SKG-Arbeits-Ausschusses für Zuchtentwicklung und Zuchtförderung, eine Projektgruppe, die auf die Anerkennung einer neuen Bulldog-Rasse arbeitete. Im März 2004 wurden 70 Hunde von zwei renommierten Richtern/Tierarzt  beurteilt, 40 wurden zur Eintragung in das Anhang-Register des Schweizerischen-Hundestammbuches (SHSB) empfohlen. Nachfolgend hatte sich auch der SKG-Zentralvorstand mit dem Projekt befasst, am 15. September 2004 war es so weit, dass dieser gemäss dem Antrag des oben erwähnten Arbeitsausschusses grünes Licht gab, das Zuchtprogramm weiterzuentwickeln mit dem Ziel der Schaffung einer neuen Rasse unter der Bezeichnung Continental Bulldog.

Damit gilt der 15. September 2004 als die “Geburtsstunde” der Schweizer Hunderasse Continental Bulldog. Mit ihrem Mut und der Kraft allen Widerigkeiten zu trotzen, die zur Schaffung des Continental Bulldogs unerläßlich war, hat Imelda Angehrn nicht nur Willenskraft bewiesen sondern auch kynologische Geschichte geschrieben.

Nachdem die schwierigsten Hürden genommen waren fehlte noch ein die junge Rasse betreuender Club. So kam es am 5. Dezember 2004 was zur Gründervesammlung, der Continental Bulldog Club Schweiz (kurz CBCS) wurde gegründet.  Neben den 41 anwesenden Gründungsmitgliedern beehrten folgende Persönlichkeiten diesen denkwürdigen Anlaß:

  • Frau Imelda Angehrn
  • Herr Peter Rub (SKG Präsident)
  • Herr Otto Rauch (SKG Delegierter)
  • Herr Dr. h.c. Hans Räber (Ehrenmitglied der SKG)
  • Herr Dr. Peter Lauper (Präsident des Arbeits-Ausschusses für Zuchtfragen der SKG)

Am 19. Februar 2005 genehmigte der SKG-Zentralvorstand den Rassestandard, das Zucht- und Körreglement sowie die Statuten des neu gegründeten Rasseclubs CBCS.

Erwähnenswert ist, dass als Muster für den Rassestandard des Continental Bulldogs der gültige Rassestandard für den English Bulldog diente. Mit dem Unterschied, dass alle Bestimmungen, die zu einer extremen Auslegung Anlass geben können, gestrichen oder so umformuliert wurden, dass Extremformen als Zucht ausschließende Fehler gelten.

 

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